In Vergessenheit geraten

Nein das Thema ansich ist nicht in Vergessenheit geraten, es wurde bewusst rausgeschoben wie die Objekte dessen, die uns in Vergessenheit geraten sind. Aber wie ich gesehen habe erging es mir bei dem Thema nicht allein so, auch andere haben das Thema diesen Monat scheinbar bewusst bisher unberührt gelassen.

Fragt sich nur woran das wohl liegt.. Klar vielleicht war nicht die Zeit den „Dachboden“ nach Vergessenem zu durchstöbern, aber oft ist der Weg dahin gar nicht so weit wie wir vermeintlich glauben. Oft liegen die bewusst oder unbewusst vergessenen Dinge ganz nah griffbereit, aber wir verdrängen sie, sei es weil es Ecken voller vergessener Dinge gibt in unserem Sammelsurium, die wir gekonnt ignorieren, weil der böse innere Schweinehund uns dran hindert es anzugehen, dass wir ganz bewusst Abstand von der Suche nehmen oder das wir einfach selbst nicht dran denken dass das Objekt doch so nah liegt.. Oder aber auch seelische Baustellen, wo wir uns eher still und heimlich denken: „Das Gras wird gebeten über die Sache zu wachsen – das Gras bitte!“

Meine Suche war aber gar nicht mal so tiefgründig wie vermutet, meine Suche zum Thema endete mit einer simplen Geburstagskarte an eine gute Freundin, in der ich Wünsche und Anregungen kund tat, die ich selber so gar nicht oder nur halbherzig bisher berücksichtige.

Ja ich oute mich – ich bin ein Werbekartensammler. Ich habe über die Jahre viele Karten aus Kino, Clubs usw. angesammelt die für mich wahre Sprüche enthalten haben, dass ich sie alle samt in einem Schuhkarton gesammelt habe. Auf diesen Karton gestoßen und in Verbindung mit den Glückwünschen für die Freundin fiel es mir wie Schuppen von den Augen.. mitsamt der Karte dazu.

Wann habt ihr denn zuletzt mal nur an Euch gedacht, mal nur was für euch getan? Man ist im Alltag so unter Spannung, da ist der Chef, das Ziel für die Woche, die Familie, die Freunde, die Geburtstage, den Einkaufszettel fürs Wochenende, der Haushalt, man denkt ja an alles, aber wann kommt man denn selbst? Ganz ganz weit hinten in vielen Fällen… so geht es mir zumindest allzu oft ganz unbewusst.

Ich habe mir die Woche aufgrund der Erkenntnis mal besonders viel Zeit für mich gegönnt, sei es um mal wieder 1-2 mal Joggen zu gehen was schon so lange ungetan in der To-Do-Liste schlummerte, zu baden statt nur schnell zu duschen, da mal eine Gesichtsmaske oder einfach mal den Haushalt Haushalt sein zu lassen und statt abendlichem Bügeln mit dem Buch ins Bett zu kriechen oder mal in der Früh die Kamera zu schnappen und den Sonnenaufgang in den Weinbergen zu geniessen. Klar sind wir selber schuld, aber oft vergessen wir uns selbst und unsere Bedürfnisse einfach im Alltag, weil wir denken noch x und y erledigen zu müssen, bevor wir todmüde ins Bett fallen. ABER – es rennt nichts weg, verschobene Aufgaben verschwinden nicht nur weil wir die Prioritäten mal verschieben und uns auf uns konzentrieren, das ist gut wie schlecht, es erledigt sich nichts von selbst, aber es rennt uns doch auch nichts weg wenn wir es mal rausschieben. Wie heißt es in einem Curse Text so schön – „Die Ausreden müssen uns nicht finden, die finden uns“. In diesem Sinne mein Foto zum Wochenthema: Seid mal wieder egoistisch und denkt an Euch bevor ihr an andere denkt:

(Das Foto wirkt wahrlich unspektakulär. Aber ihr glaubt gar nicht wie schwierig es ist eine spiegelnde Karte zu fotografieren, die jeden Hintergrund, jede fotografierende Person die sich hinter der Kamera zu verstecken versucht, drauf erscheinen lässt :p)

ICH1

 

 

 

Categories: Allgemein, P52-15 | 3 Comments

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3 thoughts on “In Vergessenheit geraten

  1. Positiv zu bemerken ist, dass hier der Betrachter gezwungen wird, deinen etwas längeren Text zu lesen und zu verstehen darf.

    Von mir ein ganz klares „Daumen hoch“

  2. Es verschlägt mir gerade die Sprache, wenn ich nachdenke, wann ich das letzte mal mir etwas Gutes getan habe. Also To-Do: An sich denken!
    Schöne Interpretation für das Thema 😉

  3. Wunderbare Umsetzung und Dein Text lädt wirklich mal zum Nachdenken ein.
    Es ist wirklich so, dass man in der heutigen Zeit viel zu wenig an sich denkt. Das sollte man dringend ändern!
    Vielen Dank, für diesen (Denk-)Anstoß!

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