Familienbande

Das Thema war für mich irgendwie schwierig, ist es doch gerade erst genau eine Woche her, dass ich ein liebgewonnenes Familienmitglied erlösen lassen musste. Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an Paul, meinen Teddyhamster, der Orakel-Paul der sich zur WM als echtes Talent entpuppte. Leider konnte auch unsere Tierärztin, die sonst wirklich alles zu tun weiß und die auch schon eine Rennmaus-Abszess-OP bei einem unserer Schützlinge erfolgreich durchführte, nichts mehr für den Kurzen tun. Es ging von heute auf morgen, wir und die Tierärztin, vermuten Hirntumor oder Schlaganfälle, eine konkrete Diagnose war aufgrund der geringen Größe diagnostisch leider nicht möglich. Von einen auf den anderen Tag zittere er beim gehen, wollte nicht mehr fressen, war unterkühlt, dehydriert und überhaupt schwach. Dann gab es zwischendurch mal gute Tage, in denen er fast der alte war, und kurz drauf wieder verschlechterte sich der Zustand. Leider blieb uns da bei seinem stolzen Alter von fast 2 Jahren keine andere Möglichkeit, als ihn zu erlösen, von der nicht zu vertretbaren Möglichkeit die Zeit mit Schmerzmittel zu überbrücken, abgesehen. Und obwohl ich wirklich dachte innerlich vorbereitet zu sein, auf Diagnose und den Moment, in aller Hoffnung man könnte doch noch irgendwas für ihn tun, überrumpelte mich die Erkenntnis und die Diagnose, als dass ich wirklich mit mir kämpfen musste ihn die letzten Momente allein in dem Praxiszimmer in den Händen zu halten. In aller Erinnerung an unsere gemeinsame Zeit, in denen er sich nochmal in meine Hand kuschelte als hätten wir gerade Samstag Abend auf der Couch gemeinsam, bevor ihn die erlösende Spritze von seinem Leid befreien sollte. Ja, ich verbrachte also den vergangenen Samstag Vormittag beim Tierarzt, um dem kleinen treuen Kumpel seinen letzten Weg so angenehm als möglich zu gestalten, statt abzuwarten wann Mutter Natur dem ganzen ein Ende gesetzt hätte.

Aber Paul bleibt – im Gedächtnis, in Gedanken und überhaupt – aber ein Leben ohne Hamster konnte und wollte einfach nicht funktionieren, so dass – nein kein Paul-Ersatz- sondern eine Hamster-Alternative her musste. Erstmalig zog bei uns also eine zuhause-suchende Hamsterdame ein, ganz entgegen meinen Vorstellungen die Damen-Monopol-Stellung im Hause bewahren zu wollen. Mir war zwar bewusst, dass sich auch bei Kleintieren wie Rennmäusen, Hamstern usw. Charaktere sehr unterscheiden, aber was für einen Unterschied scheinbar allein schon das Geschlecht macht, dem war ich mir nicht bewusst. Nun wohnt hier also eine äußerst aktive, neugierige und aufmerksamkeitssüchtige Hamsterdame, die ich auf den Namen WILMA taufte. Kein vergleich zum Ruhe-liebenden Paul, der sich gemütlich auf der Couch in meine Decke einkuschelte und sich in den Schlaf streicheln ließ, nein die Dame braucht Action und ist so gar nicht auf Ruhe und Kuscheln aus.

Trotzdem oder gerade weil sie ist wie sie ist, eroberte sie im Sturm das Hamsterhalterherz.. die großen Knopfaugen, das freche Gemüt, keine Angst vor nichts, und immer auf der Suche nach Abenteuern und sei es nur wie man bei der Futterauffüllung schnell entfliehen kann aus dem glasigen Zuhause. Der Plüschpopo hätte auch Paul mit Sicherheit gefallen.

In diesem Sinne, mein Foto zum Thema Familienbande:

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Categories: Allgemein, P52-15 | Leave a comment

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