Daily Archives: 15. Februar 2014

Früher

… war alles besser, heißt es von so vielen. Von anderen wiederum: „Seid froh dass ihr es heute so einfach habt, früher war alles anders“. Wer mag das schon zu beurteilen, werten wir doch die Vergangenheit äußerst subjektiv immer nur an den besonders positiven oder negativen Erinnerungen. Wer verzichtet heute schon gerne auf den Luxus von Waschmaschine, Internet, Smartphone usw. Aber was man nicht hat kann man doch auch nicht vermissen? Was macht unser persönliches „Früher“ aus? Klar in erster Linie die eigenen Erinnerungen, viel schöner, spannender sind doch aber die Dinge, die wir nur berichtet bekommen weil wir selbst nicht dabei waren oder zu jung waren um uns daran zu erinnern. Wer lauscht nicht gerne Geschichten von Früher, von den Eltern und Großeltern, deren Erleben wir anhand der Erzählungen nur erahnen können und so spannend finden, dass wir auch gerne live dabei gewesen wären, egal welch Luxus uns in der jeweiligen Zeit verwehrt gewesen bliebe. Klar verzichten wir gerne darauf, Samstage in der Waschküche am Waschbrett zu verbringen, reicht es uns doch die Waschmaschine oder die Spüli ein und auszuräumen. Ebenso könnte ich inzwischen darauf verzichten den E-Maileingang täglich bis zu 15 Minuten von der Informationsflut geschäftlicher und privater E-Mails zu befreien, egal welch Luxusproblem das für unsere vorherigen Generationen darstellen mag. Aber gerade das Unbekannte ist oft das spannendste. Ebenso wie wir doch immer das haben wollen was wir nicht haben, und seien es nur die glatten Haare wenn wir selbst mit Naturlöckchen beschenkt wurden.

Aber jede Zeit und jeder Lebensabschnitt hält neue Abenteuer bereit, das nachzuempfinden gelingt uns am besten durch Bilder, Gegenstände und Erzählungen aus der Zeit an die wir uns nicht mehr oder nur wage erinnern, die uns aber doch persönlich betreffen. Fotos sind klar am spannendsten, zeigen sie und doch – zumindest in meinem Alter – schwarz auf weiß, statt Farbe, wie und wo wir uns als Knirpse so rumgetrieben haben und was wir erlebt haben. Bilder lassen aber wenig Raum für Fantasie, so schön sie auch sein mögen. Interessanter finde ich die nicht greifbaren, nicht dokumentierbaren Dinge. Ich habe hier noch einen Schatz aus meiner Kindergartenzeit im Schrank rumliegen, den ich mir gerne immer mal wieder anschaue, wenn man dem grauen Alltag unserer Zeit mal wieder entschwinden will. Ich gebe zu, meine Werke zeugen weder von besonderem Talent noch wartet da vor der Tür ein Vertreter der abstrakten Künste der diesen Werken die nächste Ausstellung widmen würde. Trotzdem man sich nicht an die Erschaffung der eigenen frühen Werke erinnern kann, ist es super spannend was man sich wohl als Zwerg in dem Moment des Zeichnens dabei gedacht hat.

Oben auf habe ich mal ein besonders „interessantes“ Exemplar aus der Sammlung herausgefischt. Entstanden 1988, mit 3 Jahren. Nun lasst das Ganze einfach auf euch Wirken und erratet das Thema des Bildes! 😉

Ach ihr kommt sowieso nicht drauf – es lautete: „Auf der Spree schwimmen viele Enten“. Die Umsetzung hat etwas grusliges, mag es Absicht, künstlerische Freiheit oder einfach nur der Grobmotorik des Alters geschuldet sein. Die Interpretation dessen, überlasse ich mal euch.

Welche Gegenstände habt ihr noch aus eurer Kindheit, an die Ihr euch nicht erinnern könnt, aber wisst dass sie ein fester Bestandteil eurer Vergangenheit sind und sei es nur weil auf der Sammelmappe dick euer Name steht?

 

Categories: Allgemein, P52-14 | Tags: | 9 Comments

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